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Portrait Markus Rehm

Was geschah? - Der Sportunfall

Es war an einem Sonntag im Jahrhundertsommer 2003. Genauer gesagt, der 10. August 2003.

was geschah 01Ich war damals 14 Jahre alt und begeisterter Wakeboarder. Am Motorboot von meinem Vater fuhr ich kurz vor dem Abendessen noch ein Set Wakeboard auf dem Main, bei Schwarzach, in der Nähe von Kitzingen. Nach einem missglückten Sprung von Welle zu Welle musste ich die Zugleine loslassen und bin mit meinem Board, innerhalb der Heckwelle des Zugbootes, langsam in das Wasser eingetaucht.
Ein weiteres Boot, das ebenfalls auf dem Main unterwegs war, übersah, dass ich im Wasser lag und überfuhr mich. Meine verzweifelten Versuche dem Boot zu entweichen waren vergebens und ich geriet mit meinen Beinen mitsamt dem Board in die Schiffsschraube des fremden Bootes. Nach sofort eingeleiteten Hilfsmaßnahmen wurde ich in die Universitätsklinik nach Würzburg eingeliefert. Hier kämpften die Ärzte in einer mehrstündigen Operation für den Erhalt meiner Beine. Nach 3 Tagen jedoch musste das schwer verletzte rechte Bein, in Folge einer Blutvergiftung, unterhalb dem Knie amputiert werden. Insgesamt verbrachte ich sechs Wochen in der Universitätsklinik Würzburg und anschließend noch weitere fünf Wochen in der Reha in Bad Staffelstein.

was geschah 02Während dieser Zeit machte ich mir sehr viel Gedanken wie es denn wohl weitergehen könnte und ob ich je einmal wieder Sport betreiben kann. Für Abwechslung sorgten hierbei immer wieder Freunde und Bekannte wie auch Mitschülerinnen, die mich immer wieder besuchten und für Ablenkung sorgten, obwohl ich ca. 190 km von zu Hause entfernt war.

 

 

An dieser Stelle möchte ich mich bei all denen bedanken, die immer für mich da waren und mich in dieser schweren Zeit begleiteten. Ganz besonders auch bei meinen Eltern und der ganzen Familie!

Nach der Reha knüpfte ich Kontakte zum Sanitätshaus Nonnengäßer & Tebbi in Donzdorf, wo ich schließlich mit meiner Definitiv-Prothese versorgt wurde, die endlich auch richtig passte. Nachdem ich mit der Interimsprothese immer Probleme hatte, war das ein entscheidender Fortschritt für mich. So konnte ich nach den Herbstferien zum ersten Mal nach dem Unfall die Schule wieder zu Fuß besuchen.

In der Schule wurde ich auch durch meine Mitschülerinnen und Mitschüler super unterstützt, damit ich den verpassten Lehrstoff wieder aufarbeiten konnte und somit wieder den Anschluss an die Klasse schaffte.

Einen weiteren Rückschlag gab es im Dezember 2003, wo ich am 24. (Heiliger Abend) noch in die Klinik am Eichert, in Göppingen, musste. Eine Absplitterung an meinem Knochen hat hier für eine Entzündung gesorgt, die unverzüglich operiert werden musste. So war ich wieder auf meinen Rollstuhl angewiesen und konnte mich nicht richtig fortbewegen. Nach ca. 4 Wochen war die Wunde soweit wieder veheilt, dass ich wieder meine Prothese benutzen und mich nahezu ohne Handicap fortbewegen konnte.