Nachrichtenarchiv - News 2014

16.12.2014 - Sportlerempfang der Stadt Leverkusen

Leverkusen. Den Sekt ließ Markus Rehm stehen. Mineralwasser durfte es sein. Wie es sich für einen Leistungssportler gehört. Frisch geduscht und leger gekleidet war der 26-Jährige, jüngst zum Behindertensportler des Jahres 2014 gekürt, vom Trainingsgelände des TSV Bayer 04 in Manfort zum „modernisierten" Sportlerempfang der Stadt im Spiegelsaal von Schloss Morsbroich geeilt. „Wir haben das Konzept überarbeitet. Kurze statt lange Reden, dafür mehr Unterhaltung in lockerer Atmosphäre, lautet das Motto. Die Sportler, die hier für ihre herausragenden Leistungen geehrt werden, sollen schließlich im Vordergrund stehen", erklärte Sportparkleiter Georg Boßhammer, mit seinem Team für die Organisation verantwortlich.
Zum ersten Mal gehörten „Kamingespräche" zur traditionellen Feierstunde. Im Talk mit Moderator Stefan Hempfling ließ Markus Rehm, der 2003 im Alter von 14 Jahren nach einem Wakeboard-Unfall sein rechtes Bein unterhalb des Knies verlor, ein außergewöhnliches Jahr Revue passieren. Der Goldmedaillengewinner im Weitsprung der Paralympics 2012 in London, hatte am 26. Juli mit einer Weite von 8,24 Metern die Deutsche Meisterschaft der nichtbehinderten Sportler gewonnen und eine gewaltige Diskussion ausgelöst. Hat ein Prothesenspringer im Wettbewerb Vorteile gegenüber den Sportlern ohne Handicap, lautet die Frage. Eine endgültige Antwort gibt es darauf bislang nicht. Dass ihm der Deutsche Leichtathletik-Verband dennoch die EM-Teilnahme verweigerte, nahm der von Steffi Nerius trainierte Rehm sportlich fair hin, verzichtete auf eine Klage gegen den Verband, gutheißen konnte und kann er diese Entscheidung aber nach wie vor nicht. Ungeachtet dessen trainiert der Orthopädiemechanikermeister härter denn je, für sein nächstes großes Ziel: „Die Teilnahme an den Paralympics 2016 in Rio."

Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn würdigte in seiner Rede Rehms und die bemerkenswerten Leistungen vieler anderer Sportler in der Stadt, wie die der Faustball- und der Handballjuniorinnen: „Wir sind stolz auf diese Erfolge und auf die beeindruckende Vielfalt der Leverkusener Sportlandschaft." Buchhorn wies daraufhin, dass der Spitzensport ohne den Einsatz vieler ehrenamtlicher Helfer, ohne die Unterstützung durch Sponsoren und ohne den Breitensport mit seiner hervorragenden Nachwuchsarbeit kaum denkbar sei: „Schließlich hat jeder mal klein angefangen und konnte von frühzeitiger Förderung profitieren." Dies zahle sich aus, wie auch die jüngsten Erfolge vieler Leverkusener Talente belegen. „Die Spitzensportler von morgen stehen in den Startlöchern", sagte Buchhorn.

Den vollständigen Bericht und Bilder können Sie hier lesen!

Bericht von Günter Müller
Quelle: Leverkusener Anzeiger

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